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David Loder – Text

David Loder
Lorem Ipsum“
Der Hintergrund eines Rätsels

Ein rätselhafter Absatz. Eine Sprache, die an Latein erinnert und zweifellos Versatzstücke aus dieser altehrwürdigen Sprache enthält. In der Designbranche ist der Wortlaut stets präsent und auch vertraut aber kaum jemand weiß über die Hintergünde und Begebenheiten Bescheid, die dem Text diesen Stellenwert gewähren.

Was bedeutet "Lorem Ipsum"?

Zuerst möchte ich die Frage nach der Grundlage der genannten Phrase beantworten: Die beiden Wörter "Lorem Ipsum" stehen für den Typus des Platzhaltertext der Drucker- und Zeichensetzerinnung. Dieser Text gelangte bereits im 16. Jahrhundert in Umlauf, als ein bislang unbekannter Schriftsetzer ein Musterheft für Schriften verfasste.

Der Text überlebte in einer mehr oder weniger identischen Form bis spät in die elektronische Zeichensetzung des 20. Jahrhundert und wurde in den 60er Jahren durch die aufkommenden Letraset-Buchstaben zu neuer Popularität verholfen. Mittlerweile wird "Lorem Ipsum" auch von neueren Desktop Publishing-Programmen wie QuarkXPress und Adobe InDesign kultiviert, die differierende Versionen als inkludierte Funktionen besitzen.

Woher kommt Lorem Ipsum?

Im Gegensatz zur verbreiteten Meinung, bei Lorem Ipsum handle es sich nur um zufällig entstandenen Text, gibt es tatsächlich eine real existierende Vorlage: Nach umfangreichen Betrachtungen von klassischen lateinischen Texten konnte Richard McClintock, Latein-Professor am Hampden-Sydney College in Virginia, schließlich den Ursprung der Wörter anhand eines charakteristischen Wortes enträtseln.

Lorem Ipsum kommt von den Abschnitten 10.32 und 1.10.33 des Werkes "De Finibus Bonorum et Malorum" (Die deutsche Übersetzung lautet: "Über das höchste Gut und das größte Übel"; auf Englisch wurde der Titel treffend mit "The Extremes of Good and Evil" übersetzt) vom römischen Schriftsteller Cicero, geschrieben etwa im Jahre 45 vor Christus. Die erste Zeile des Textes lautet "Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer ." und stimmt mit dieser Stelle des Originals beinahe überein:

"Neque porro quisquam est qui dolorem ipsum quia dolor sit amet, consectetur, adipisci velit..."

Das besonders in der Renaissance beliebte Buch ist eine Abhandlung über die Theorie der Ethik, Cicero behandelt die Philosophenschule der Epikureer und er bringt vielfältige Themen wie Hedonismus, Stoizismus, die Definition von Lust durch die Epikureer und Stoiker ebenso wie das Gut der Tugend (honestum) zur Sprache.

Wieso wird "Lorem Ipsum" verwendet?

Auf Grund verschiedenster wissenschaftlicher Erkenntnisse ist es eine bekannte Tatsache, dass der Leser eines Textes durch dessen Inhalt beim Prozess des Entwerfens und Designs vom eigentlichen Kriterium, der Form, abgelenkt wird. Schriftsetzer führen ihre Entwürfe anhand dieses Textes vor, da bei der Beurteilung einer Schrift der Inhalt in den Hintergrund treten soll.

Die Vorteile eines willkürlichen Wortgefüges sind bereits bekannt: Die Abschnitte werden als lesbarer Text wahrgenommen - im Gegensatz zu alltäglich gebräuchlichen Phrasen, die sich immer wiederholen und somit auch ein ungleichförmiges Schriftbild erzeugen. Dem ungeachtet ergeben die Wörter in diesem Kontext keinen Sinn und die Konzentration bleibt erhalten. Ferner simuliert das Schriftbild die gebräuchliche Buchstabenverteilung in einem durchschnittlichen Satz der englischen und deutschen Sprache.

Es gibt viele Varianten des Wortgefüges aber nahezu alle Versionen mussten im Laufe der Zeit Veränderungen durchmachen, wie zum Beispiel verschiedene Passagen wurden durch humorige Einsprengsel ausgeschmückt und zufällig generierte Wörter, die ursprünglich nicht enthalten waren, wurden hinzugefügt. Vielfach wurde dieser Text zum Teil eines intellektuellen Konzepts und vornehmlich im Internet gilt diese Phrase als Synonym für die Unvollständigkeit einer Website. Aus diesem Grunde prangt auf vielen Sites, deren Entwicklung abgebrochen wurde, immer noch dieses Zitat.

Im Laufe der Jahre wurden verschiedene unsinnige Variationen und Wörter eingeflochten, um beispielsweise alle Buchstaben des Alphabets darzustellen oder strittige, missverständliche Teile auszutauschen.

Durch die lange Geschichte und auch nicht vollständige Klärung des Inhaltes der ursprünglichen Version, gehen die Anschauungen über die Authentizität der dargebotenen Meinung auseinander.

Weitere Ressourcen

Einen kurzen Einblick in den Inhalt des Fundaments des Textes bietet das folgende Zitat.

"[...] Cicero tritt in De finibus selbst als Dialogfigur auf. Sein erster Gesprächspartner ist Epikureer, d. h. er gehört der Philosophenschule an, die von Epikur (341 v. Chr. in Samos - 271 v. Chr. in Athen) gegründet wurde. Dieser behauptet (das ist der Inhalt des ersten Buches), das glückliche Leben bestehe in der Lust und dementsprechend sei jede Handlung am "Lustgewinn" zu orientieren. Man nennt diese These Hedonismus. Nun ist der Lustbegriff der Epikureer nicht ganz identisch mit dem damals wie heute umgangssprachlich gebrauchten Wort "Lust", sondern bezeichnet für die Angehörigen dieser Schule im höchsten Wortsinn "Schmerzlosigkeit". Überdies behaupten die Epikureer auch, dass die "geistige Lust" wesentlich wichtiger sei als die körperliche, so dass beispielsweise eine Handlung, die nur des körperlichen Lustgewinns wegen anderen schadet, niemals die "wahre Lust" vermehren kann, oder anders gesagt: Echte Lust ist nur zu erreichen, wenn man sich an das tugendhafte Handeln hält. [...] "
[1]

Der Text als Beispiel

Für Wissbegierige befindet sich unterhalb diese Artikels eine Auswahl von 7 Absätzen des Urtextes.

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