S.T.A.L.K.E.R. - Shadow of Chernobyl / Beta
Mein erster Eindruck ist gemischt, das Handling und die Steuerung sind relativ direkt (zwar nicht vergleichbar mit der "tighten" Steuerung von id-Software-Titeln aber auch nicht zu schwammig), da gäbe es jedenfalls nichts zu mäkeln. Die Grafik ist nach der langen Entwicklungszeit doch merklich angestaubt, sie ist nicht schlecht aber bei weitem nicht spektakulär. Manche Effekte wirken übertrieben: Das Bump-Mapping ist technisch eher mangelhaft umgesetzt und wirken oft zu klinisch rein (eine Eigenheit, die bei technischen, maschinenartigen Apparaturen wie bei Doom 3 nicht stört), die Texturen sind auch relativ niedrig aufgelöst und "verwaschen". Vor allem bei der Vegetation sind die fehlenden Details auf Grund der häufigen Wiederholung störend. Die Umgebung hinterlässt demzufolge einen zwiespältigen Eindruck: Der Detailreichtum und die Abwechslung könnte durchaus höher sein, ein überzeugendes Gefühl für die Trostlosigkeit der Szenerie bekommt man dennoch durch die "dreckigen" Foto-Texturen und die tot und leer wirkende Umwelt. Zerstörte Häuser, Schuttberge, funktionsunfähige Autos, zerborstene Scheiben und rostige Zäune wirken sehr apokalyptisch, die Farbarmut (ähnlich wie bei Quake) unterstreicht den Charakter der Umgebung.
Auch die Lichteffekte fordern ihren Tribut: Bei normaler Beleuchtung läuft das Spiel selbst in höheren Auflösung (über 1280 x 1024) selbst auf Mittelklasse-PCs noch angenehm flüssig, sobald jedoch Dynamic-Lighting eingesetzt wird (wie bei Blitzen und flackerndem Feuer) rasselt die Bildrate in den Keller und das Spielgeschehen verkommt zur Dia-Show. Spärlich eingesetzte DirectX9-Effekte wie wabernde Luft um Hitzequellen gehören bereits zum Standardrepertoire eines modernen Actiontitels und sind nicht weiter erwähnenswert.
Mein Fazit: Trotz der angesprochenen (Grafik-)Mängel verspricht S.T.A.L.K.E.R. ein spannendes, atmosphärisch überzeugendes Spiel zu werden. Ich hoffe auf jeden Fall noch auf eine Demo-Version, die einen Eindruck vom Singleplayer-Modus vermittelt, um eine endgültige Kaufentscheidung zu treffen. Grafisch ist das Spiel - wie bereits vermutet - nicht mehr "state-of-the-art", allerdings: Der Plot, die Umgebung und die Akribie, mit der die Szenerie nachgebildet wurde, verdienen sicherlich eine nähere Betrachtung des Spiels.
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